Archiv für November 2012

Hausdurchsuchungen in Hamburg und Buchholz

Do. 22. November 2012

19:30 Vollversammlung in der Roten Flora
20:00 Spontandemonstration

Heute Morgen um 6 Uhr wurden zwei Wohnungen von Antifaschist_innen in Hamburg und eine in Buchholz durchsucht. Bei einer weiteren Wohnung in Buchholz wurde niemand angetroffen. Nach ersten Informationen wurden auch Räume durchsucht, für die die Bullen keine „rechtliche Befugnis“ hatten. In dem laufenden Verfahren werden die Genoss_innen des gemeintschaftlichen schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung beschuldigt. Die Bullen beschlagnahmten einige Sachen. Dieses Vorgehen reiht sich ein, in die Tatsache mit welch einer kontinuierlich, präzisen Gründlichkeit seitens der Repressionsorgane heute und in der Vergangenheit, hier und in anderen Städten gegen Antifaschist_innen vorgegangen wird

Heute Morgen um 6 Uhr wurden zwei Wohnungen von Antifaschist_innen in Hamburg und eine in Buchholz durchsucht. Bei einer weiteren Wohnung in Buchholz wurde niemand angetroffen. Nach ersten Informationen wurden auch Räume durchsucht, für die die Bullen keine „rechtliche Befugnis“ hatten. In dem laufenden Verfahren werden die Genoss_innen des gemeintschaftlichen schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung beschuldigt. Die Bullen beschlagnahmten einige Sachen. Dieses Vorgehen reiht sich ein, in die Tatsache mit welch einer kontinuierlich, präzisen Gründlichkeit seitens der Repressionsorgane heute und in der Vergangenheit, hier und in anderen Städten gegen Antifaschist_innen vorgegangen wird.

Als wäre dies nicht schon genug, werden aktive Anitfaschist_innen und Genoss_innen wie Deniz K. zu zweieinhalb Jahren Knast verurteilt, weil sie sich radikal für eine bessere Gesellschaft einsetzen. Wir betrachten dies nicht alleine als Angriff auf einzelne, sondern als Angriff auf autonome antifaschistische Strukturen.

Die Morde des NSU und die Deckelung und Unterstützung durch die Bullen und Geheimdienste ist für uns die hässliche Spitze des deutschen Eisbergs der letzten zehn Jahre. Wir sehen in den rassistischen Anschlägen von Solingen, Mölln und Rostock, dem Mord an Silvio Meier und der Pogromstimmung in Wolgast die widerliche Kontinuität der deutschen Verhältnisse, die es für uns gilt anzugreifen.

Gerade durch die Aufdeckung der Verstrickung des Staates in die Taten des NSU und durch das Herunterspielen der rassistischen Zustände in Wolgast – die an Rostock erinnern – kann die Antwort nur konsequenter Antifaschismus heißen. Diese Zustände zeigen, dass wir in unserem Kampf gegen die herrschende Verhältnisse niemals auf den Staat setzen werden. Selbstorganisierter und konsequenter Antifaschismus ist notwendig!

Solidarität mit den von Repression betroffenen Antifaschist_innen !
Unsere Solidarität ist unsere Waffe !

Keine Spekulationen! Anna & Arthur haltens Maul!

Mi. 28.11. Solidaritätskonzert

für die Kampagne »Flora bleibt unverträglich« und antirassistische Protestbewegungen in Griechenland
mit
Kettcar (Indiepop aus HH) &
Jukebox The Ghost (Indiepop/Piano-Rock aus USA)

Im Laufe des Jahres 2010 gründete sich die Kampagne »Flora bleibt unverträglich« als politische Plattform, um die Rote Flora gegen eine mögliche Räumung zu verteidigen. Seither hat sich einiges verändert. Die Rote Flora stand zu Beginn der Kampagne medial unter Beschuss durch Medien und Politik. Sie wurde als Ufo im Stadtteil bezeichnet, als ein in die Jahre gekommenes, isoliertes Projekt, das sich überlebt habe und über die Medien wurden Modelle einer möglichen neuen Nutzung des Gebäudes diskutiert.

Nach zwei Jahren Kampagne für den Erhalt der Roten Flora in ihrer jetzigen besetzten und selbstverwalteten Form erscheint eine akute Bedrohung erstmal abgewendet. Im Rahmen der solidarischen Festspielwoche „Ich würds so lassen“ von verschiedenen Veranstaltungsorten und zahlreichen bekannten Bands wurde zum Ausdruck gebracht, dass das Projekt ein wichtiger Bestandtteil der kulturellen Szene in Hamburg ist. In der Vernetzung mit dem Recht auf Stadt Netzwerk und „Mietenwahnsinn stoppen“, in gemeinsamen Demonstrationen und Mobilisierungen stellte sich die Kampagne »Flora bleibt unverträglich« als Teil der Diskussion und Praxis im Rahmen stadtentwicklungspolitischer Themen dar.

Mit autonomen Aktionen und einer großen Solidaritätsdemonstration wurde zudem bekräftigt, das Projekt im Falle eines möglichen Angriffs mit allen Mitteln zu verteidigen. Die Rote Flora wurde als gut vernetztes Projekt wahrgenommen, das in der Lage ist, nachhaltige Kampagnen gegen eine mögliche Räumung und kapitialistische Aufwertungsmodelle der Stadt zu entwickeln. Senat und Bezirk sahen eine mögliche Änderung des aktuellen Status Quo durch private Investoren als Bedrohung der inneren Sicherheit. In der Folge wurden Änderungen im Bebauungsplan vorgenommen, um einen Weiterverkauf des Gebäudes und kommerzielle Nutzungen zu erschweren. Seither ist es ruhiger geworden im Konflikt um die Rote Flora.

Doch nach wie vor ist die Rote Flora von einer möglichen Räumung bedroht. Die Zukunft eines besetzten und unverträglichen Projektes wie der Roten Flora ist zwangsläufig immer auch prekär. Zur Zeit mehren sich beispielsweise durch mehrere Insolvenzen und mangelnde Zahlungsfähigkeit die Anzeichen, dass der aktuelle Investor Pleite gehen könnte. Nach wie vor könnte jederzeit auch ein Räumungsantrag gestellt werden sich die Situation hierdurch schlagartig ändern. Auch in Zukunft wird es daher notwendig bleiben, sich auf vielfältige Art und Weise für den Erhalt des Projektes zu engagieren und es als politisch aktiven Störfaktor gegen eine städtische Politik der Ausgrenzung und Vertreibung zu erhalten.

Mit einem großen Solidaritätskonzert wollen wir an bisherige Mobilisierungen anknüpfen und Geld für die Arbeit der Kampagne »Flora bleibt unverträglich« sammeln. Gleichzeitig wollen wir das Motto des diesjährigen Schanzenviertelfestes aufgreifen und einen Teil der Erlöse aus dem Solidaritätskonzert besetzten Projekten und der Antirepressionsarbeit antirassistischer Bewegungen in Griechenland zukommen lassen. Denn die Idee der Roten Flora blüht nicht in der eigenen Untertasse, sondern als Teil vielfältiger Bewegungen und Praktiken, als Unkraut, das nicht wegzukriegen ist, sich vervielfältigt und überall durch die Mauern und Steine bricht.

Der Einlass in die Rote Flora beginnt ab 20 Uhr, Konzertbeginn ist um 21 Uhr. Im Rahmen des Konzertes wird es Infos und Plakate zu den Protesten in Griechenland und der Kampagne »Flora bleibt unverträglich« geben.

Die Konzertvorbereitungsgruppe

Update: Vor der Flora wird es ab 19 Uhr Glühwein zur Solidarität mit Bauwagenplätzen geben!