Mi. 28.11. Solidaritätskonzert

für die Kampagne »Flora bleibt unverträglich« und antirassistische Protestbewegungen in Griechenland
mit
Kettcar (Indiepop aus HH) &
Jukebox The Ghost (Indiepop/Piano-Rock aus USA)

Im Laufe des Jahres 2010 gründete sich die Kampagne »Flora bleibt unverträglich« als politische Plattform, um die Rote Flora gegen eine mögliche Räumung zu verteidigen. Seither hat sich einiges verändert. Die Rote Flora stand zu Beginn der Kampagne medial unter Beschuss durch Medien und Politik. Sie wurde als Ufo im Stadtteil bezeichnet, als ein in die Jahre gekommenes, isoliertes Projekt, das sich überlebt habe und über die Medien wurden Modelle einer möglichen neuen Nutzung des Gebäudes diskutiert.

Nach zwei Jahren Kampagne für den Erhalt der Roten Flora in ihrer jetzigen besetzten und selbstverwalteten Form erscheint eine akute Bedrohung erstmal abgewendet. Im Rahmen der solidarischen Festspielwoche „Ich würds so lassen“ von verschiedenen Veranstaltungsorten und zahlreichen bekannten Bands wurde zum Ausdruck gebracht, dass das Projekt ein wichtiger Bestandtteil der kulturellen Szene in Hamburg ist. In der Vernetzung mit dem Recht auf Stadt Netzwerk und „Mietenwahnsinn stoppen“, in gemeinsamen Demonstrationen und Mobilisierungen stellte sich die Kampagne »Flora bleibt unverträglich« als Teil der Diskussion und Praxis im Rahmen stadtentwicklungspolitischer Themen dar.

Mit autonomen Aktionen und einer großen Solidaritätsdemonstration wurde zudem bekräftigt, das Projekt im Falle eines möglichen Angriffs mit allen Mitteln zu verteidigen. Die Rote Flora wurde als gut vernetztes Projekt wahrgenommen, das in der Lage ist, nachhaltige Kampagnen gegen eine mögliche Räumung und kapitialistische Aufwertungsmodelle der Stadt zu entwickeln. Senat und Bezirk sahen eine mögliche Änderung des aktuellen Status Quo durch private Investoren als Bedrohung der inneren Sicherheit. In der Folge wurden Änderungen im Bebauungsplan vorgenommen, um einen Weiterverkauf des Gebäudes und kommerzielle Nutzungen zu erschweren. Seither ist es ruhiger geworden im Konflikt um die Rote Flora.

Doch nach wie vor ist die Rote Flora von einer möglichen Räumung bedroht. Die Zukunft eines besetzten und unverträglichen Projektes wie der Roten Flora ist zwangsläufig immer auch prekär. Zur Zeit mehren sich beispielsweise durch mehrere Insolvenzen und mangelnde Zahlungsfähigkeit die Anzeichen, dass der aktuelle Investor Pleite gehen könnte. Nach wie vor könnte jederzeit auch ein Räumungsantrag gestellt werden sich die Situation hierdurch schlagartig ändern. Auch in Zukunft wird es daher notwendig bleiben, sich auf vielfältige Art und Weise für den Erhalt des Projektes zu engagieren und es als politisch aktiven Störfaktor gegen eine städtische Politik der Ausgrenzung und Vertreibung zu erhalten.

Mit einem großen Solidaritätskonzert wollen wir an bisherige Mobilisierungen anknüpfen und Geld für die Arbeit der Kampagne »Flora bleibt unverträglich« sammeln. Gleichzeitig wollen wir das Motto des diesjährigen Schanzenviertelfestes aufgreifen und einen Teil der Erlöse aus dem Solidaritätskonzert besetzten Projekten und der Antirepressionsarbeit antirassistischer Bewegungen in Griechenland zukommen lassen. Denn die Idee der Roten Flora blüht nicht in der eigenen Untertasse, sondern als Teil vielfältiger Bewegungen und Praktiken, als Unkraut, das nicht wegzukriegen ist, sich vervielfältigt und überall durch die Mauern und Steine bricht.

Der Einlass in die Rote Flora beginnt ab 20 Uhr, Konzertbeginn ist um 21 Uhr. Im Rahmen des Konzertes wird es Infos und Plakate zu den Protesten in Griechenland und der Kampagne »Flora bleibt unverträglich« geben.

Die Konzertvorbereitungsgruppe

Update: Vor der Flora wird es ab 19 Uhr Glühwein zur Solidarität mit Bauwagenplätzen geben!

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