17.8.2013: Demo für „Lampedusa in Hamburg“ – Recht auf Stadt für alle!

Das Netzwerk Recht auf Stadt Hamburg unterstützt die Forderung der rund 300 ‚Lampedusa‘– Flüchtlinge auf eine Anerkennung nach § 23 Aufenthaltsrecht und deren Aufruf zur Demonstration am kommenden Samstag (17.8., 14 Uhr, Glockengießerwall, Hamburg).

Die aus Afrika stammenden Flüchtlinge des libyschen Bürgerkriegs sind seit Mai in verschiedenen ehrenamtlich – und nicht von der Stadt Hamburg! – organisierten Notunterkünften untergebracht und von einer Abschiebung nach Italien bedroht, wo sie zwischenzeitlich in menschenunwürdigen Lagern leben mussten.

„Wir sind erschöpft und zermürbt von einer langen unfreiwilligen und grauenhaften Reise. Wir suchen ein Ende der Verweigerung unseres Lebensrechts“, schreibt die Gruppe ‚Lampedusa in Hamburg‘.

Ihre Situation ist nicht länger hinnehmbar.

Als erste Maßnahme sieht das Netzwerk Recht auf Stadt „die gemeinsame Unterbringung der Flüchtlinge in einem innerstädtisch gelegenen Gebäude“ – sowohl angesichts des sich abzeichnenden Wetterumschwungs, aber auch zum Schutz gegen rassistische Übergriffe. Die Flüchtlinge brauchen zudem freien Zugang zu medizinischer und sozialer Versorgung, zum Arbeitsmarkt und zu Bildung sowie eine freie Wahl des Wohnortes innerhalb der EU.

„Der Senat, allen voran Innensenator Michael Neumann, muss seine harte und destruktive Haltung endlich ablegen“, fordert das Netzwerk Recht auf Stadt. Hamburg kann hier international ein Beispiel für einen anderen Umgang mit Menschen auf der Flucht setzen.

Für die reichste Stadt der Bundesrepublik und erst recht für eine Hafenstadt, die seit Jahrhunderten Neuankömmlinge aus vielen Ländern aufgenommen hat, sollte dies eine Selbstverständlichkeit sein.

Das Recht auf Stadt ist nicht teilbar in ein “wir hier drinnen und ihr da draußen” – es gilt für alle, auch für Flüchtlinge.

Weitere Informationen

Demoaufruf der Gruppe ‚Lampedusa in Hamburg‘ und Erklärung zum § 23 Aufenthaltsrecht: http://lampedusa-in-hamburg.tk/

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