29.10.2011 | 13 Uhr | Millerntorplatz St. Pauli

Aufrufcluster der Kampagne „Flora bleibt unverträglich“

Die Stadt gehört allen!

Günstiger Wohnraum ist in Hamburg Mangelware. Die Mieten schießen in die Höhe und die Verdrängung schlechter gestellter Bevölkerungsgruppen ist in vollem Gange. Einmal mehr wird deutlich: Der Markt besitzt keine heilenden Kräfte und von der etablierten Politik war und ist im Kapitalismus nichts zu erwarten, wenn es um eine offene und solidarische Gesellschaft geht, die sich an den Bedürfnissen aller Menschen orientiert.

Unter der globalen Vorherrschaft des Neoliberalismus tobt eine Schlacht, in der Konkurrenzdenken und Standortwettbewerb bestimmend sind. Die Städte, in denen wir leben, sind ein zentrales Terrain dieser Auseinandersetzung. Auch die aktuellen Wohnungsbauprogramme des SPD-Senats tragen diese Signatur. Angesichts der katastrophalen Wohnraumsituation sind sie eine Farce und bedienen vor allem die Mittelschichten, die Hamburg im Wettbewerb der Metropolen ganz nach vorne spülen sollen. Alle anderen sind in dieser Rechnung egal oder werden zum Problem erklärt.

Doch diese Rechnung geht nicht auf, denn die urbanen Räume entsprechen nicht der harmonischen Farbenlehre der Hochglanzbroschüren. Sie sind Orte, an denen sich Unterschiedlichkeiten verdichten und die geprägt sind von der gespenstischen und materiellen Anwesenheit aller. Das Raunen in den Fugen des Stadtgewebes macht deutlich: Die Stadt sind wir alle!

Dies ist kein Problem der Theorie oder des Appells an die Obrigkeit. Es ist die Frage einer selbstbestimmten Praxis der Vergesellschaftung. Wir machen uns selbst zu den Totengräber_innen der prekären Ökonomie und der Immobilienblasen und treten der repressiven Stadtentwicklung entgegen. Stadt selbst machen bedeutet, die Bedürfnisse aus den vermeintlichen Sachzwängen und den Nischen des Alltags zu befreien und sich den städtischen Raum anzueignen. Vergesellschaftung in diesem Sinne ist keine Verstaatlichung. Sie meint einen Prozess selbstbestimmter Kollektivierung, der nicht darauf abstellt, private Besitztümer von A nach B zu verschieben, sondern eine solidarische Gesellschaft zum Ziel hat.

Wenn wir uns den städtischen Raum nehmen, dann in der Perspektive der Aneignung. Wie viel Wohnraum sind eigentlich 1,4 Millionen Quadratmeter Bürofläche?

Kampagne „Flora bleibt unverträglich“

Zum Aufruf von Mietenwahnsinn stoppen und weiteren eigenständig aufrufenden Gruppen:
http://mietenwahnsinn.rechtaufstadt.net/

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